SCARLATTI Arts international
Vivica Genaux singt mit dem Bach Consort Wien unter Rubén Dubrovsky vor einer violett beleuchteten Gerüstinstallation im Stephansdom, seitlich der Wiener Kammerchor, vorne das Publikum

Hommage à Antonio Vivaldi

Musica sacra · Wiener Osterkonzert im Stephansdom 2015

Geistliche Werke Antonio Vivaldis mit Vivica Genaux, dem Wiener Kammerchor und dem Bach Consort Wien unter Rubén Dubrovsky im Wiener Stephansdom.

Konzert und Oper2015
Foto: © Andreas Friess

Antonio Vivaldi, einer der bis heute wichtigsten Großmeister des Hochbarock, starb 63-jährig am 28. Juli 1741 in Wien, nur zehn Monate nach seiner Ankunft in der Hauptstadt des Habsburgerreiches. Wohl wegen des plötzlichen Todes Kaiser Karls VI. erhielt er bei Hof keine Anstellung, und auch andere mögliche Arbeitgeber winkten ab: Die Blüte des Hochbarock war um 1730 schon im Welken begriffen. Das ruhmlose Ende eines ruhmreichen Künstlers und Virtuosen vollzog sich still und leise in den Straßen einer Stadt, deren Musikleben bereits den Geist der Vorklassik atmete.

Doch was wäre gewesen, wenn die Ereignisse an einer der unzähligen Weggabelungen eine andere Richtung eingeschlagen hätten? Das Konzert führt in das Jahr 1715: Vivaldi wirkte damals als maestro di viola all’inglese am venezianischen Ospedale della Pietà, einem für seine musikalische Exzellenz bekannten Waisenhaus für Mädchen. In Wien wechselte Johann Joseph Fux, bis dahin Kapellmeister am Stephansdom, an den kaiserlichen Hof; seine Stelle übernahm Georg Reutter d. Ä. Was, wenn stattdessen der 37-jährige „prete rosso“, der rothaarige Priester Antonio Vivaldi, Domkapellmeister an St. Stephan geworden wäre?

Auf diese höchst hypothetische Frage wagt das Bach Consort Wien unter Rubén Dubrovsky eine ebenso spekulative Antwort – mit der Mezzosopranistin Vivica Genaux und dem Wiener Kammerchor, in einem prächtigen und frei erfundenen Glanzstück sakraler Repräsentationskunst, wie es vielleicht hätte stattfinden können, wäre alles ganz anders gekommen.

Vivica Genaux singt, neben ihr dirigiert Rubén Dubrovsky
Sänger des Wiener Kammerchors mit Notenmappen vor der violett beleuchteten Gerüstinstallation
Blick durch das violett beleuchtete Langhaus des Stephansdoms auf Chor und Orchester vor dem Hochaltar, links ein Kameramann

Fotos: © Andreas Friess

Eckdaten

Werke
Antonio Vivaldi: Kyrie, RV 587Nisi Dominus, RV 608Credo, RV 591Sum in medio tempestatum, RV 632„Et in terra pax“ aus dem Gloria, RV 588In turbato mare irato, RV 627
Ort und Aufzeichnung
Stephansdom, WienWiener Osterkonzert am 25. März 2015
Erstausstrahlung
ORF 2, 5. April 2015ORF III, 5. April 20153sat, 6. April 2015
Länge
75 Min.

Credits

Leitung
Rubén Dubrovsky
Solistin
Vivica Genaux (Mezzosopran)
Ensembles
Bach Consort WienWiener Kammerchor (Einstudierung: Michael Grohotolsky)
Bildregie
Volker Werner
Produktion
SCARLATTI Arts
Weltvertrieb
ORF-Enterprise
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